Scheitern. Das ist kein schönes Wort. Gerade hier in Deutschland spricht man nicht darüber. Man spricht über Erfolg und viel Geld und Macht. Aber nicht über das Scheitern.

Genau deswegen tue ich das jetzt.

Seit 6 Jahren bin ich Selbstständig und habe schon so einige Wandlungen gemacht. Mein Business sah nicht immer so aus, wie es heute ist.

Hast du Lust auf eine kleine Zeitreise mit mir? Eine meiner Businessideen mit denen ich gescheitert bin ist mir in den letzten Tagen immer wieder in Gedanken aufgestiegen. Sollen wir uns die einmal ansehen? Vielleicht lernen wir beide noch etwas aus meinen Fehlern …

 


Was willst du wirklich tun?

Was erfüllt dich? Wo siehst du dich, wenn du nicht auf die Ideen anderer achtest? Wer bist du?

Ja, zur Zeit wühlt es wieder in mir und ich spüre, dass sich mein Weg wieder verändern wird. Das ist gut, denn Veränderung lässt mich wachsen und neue Erfahrungen machen.

So sehr ich dachte ich hätte es schon lange gefunden und so sehr auch die Menschen um mich herum denken ich hätte es gefunden, so sehr merke ich, dass es nicht mehr stimmt.

Früher passte es zu mir. Früher reichte es, aber so langsam wird es mir zu eng und zu klein.

Ich bin seit 6 Jahren als Grafikdesignerin tätig. Ein Beruf, der für viele nach Außen hin nach dem kreativsten Beruf überhaupt aussieht. Und ja, lange hat mich nur dieser Beruf erfüllt und mich wachsen lassen. Doch seit längerer Zeit merke ich, dass da einfach noch mehr in mir ist.

Da ich Selbstständig tätig bin kann ich natürlich auch mein Business anpassen und verändern. Das habe ich schon getan indem ich es ca. 2015-2016 in ein Onlinebusiness umgewandelt habe. Soweit so gut, das brachte neue Herausforderungen und Aufgaben.

Seitdem entwickle ich Onlinekurse, um Selbstständigen zu zeigen wie sie ihr Design selbst gestalten können. Es macht mir viel Spaß diese Kurse zu strukturieren und aufzubauen. Letzte Woche ist dann die Mastermindgruppe gewachsen und ich spürte, dass meine Community zu den Kursen anfängt sich aufzubauen. Ein tolles Gefühl.

Außerdem designe ich weiterhin für meine Kunden Corporate Designs. Mittlerweile nur noch für 1-2 Kunden im Monat, aber dazu ein anderes mal mehr.

Trotzdem stand in den letzten Wochen wieder ganz groß und stark die Frage im Raum: Was willst du wirklich tun?

 

 


Bis mir die Frage dann real von einer anderen Selbstständigen gestellt wurde: Was willst du denn wirklich tun Verena?

Und ich intuitiv antwortete: Eine Agentur führen mit bis zu 10 Mitarbeitern.

Da war es wieder. Der alte Traum. Die alte Businessidee, mit der ich schon einmal gescheitert war …

 


Melde dich zum Wominess Newsletter an und erfahre sofort, wenn der neueste Beitrag erscheint:


Wachsen kannst du nur, wenn du etwas wagst!

2011 habe ich mich Selbstständig gemacht. Zusammen mit einer Fotografin haben wir jeweils unser eigenes Business gegründet und sind hineingestürzt in das Abenteuer Selbstständigkeit.

Es lief gut. Schon nach drei Monaten konnte ich gut von meinem Business leben. Ja, noch nicht perfekt, aber meine Kosten konnte ich decken. Die Aufträge kamen rein und ich gestaltete so viele Designs, dass ich nur noch Farben und Schriftarten sah. 😀

Es machte Spaß und lies mir die Möglichkeit in die Selbstständigkeit hineinzuwachsen. Kundenaquise machte mir Spaß, neue Kunden waren eine Herausforderung und ich brachte ein System in mein Business. Es lief.

Dann kam der Punkt an dem mein Weg nicht mehr zu dem der Fotografin passte und wir gingen jeweils alleine weiter.

Und dann startete ich mit der ersten Businessidee:

Meine eigene Agentur und meine ersten Mitarbeiter

Ich wusste gar nicht wo ich anfangen sollte und ging als erstes zur IHK. Was nett ausgedrückt Zeitverschwendung war 😀

Also habe ich mich auf die Suche nach Geschäftsräumen gemacht und hatte diese auch sehr schnell gefunden. Sie passten zu dem was ich wollte und ich machte den Vertrag fest.

Da die Räume ausgestattet werden mussten habe ich mich beraten lassen bei einer Raumausstatterin. Das lief ebenfalls, dort wartete ich allerdings mit der Zusage.

Hier einmal die Raumideen .. die habe ich die Tage wieder gefunden .. Der pinke Boden sollte in dem Rosa sein, welches ich für mein Business verwende:

 

Agenturidee_BusinessideeScheitern_VerenaSati

Zuerst zur Bank. Nunja, man nahm mich als kleine Selbstständige Frau nicht wirklich ernst. In der ganzen Umgebung hatten sich bisher nur Männer mit einer Agentur oder überhaupt mit Unternehmen richtig Selbstständig gemacht. „Sind Sie sicher, dass sie das möchten? Was, wenn Sie schwanger werden?“ (Auch ein Thema für sich und einen weiteren Artikel…)

Trotzdem setzte ich mich an den Businessplan. Den ich übrigens noch nie erstellt hatte und auch keine Ahnung hatte wie es geht. Die IHK hatte diesen übrigens im Gespräch gar nicht erwähnt. Soviel damals zur Beratung. Aber ich wusste, dass ich nur so bei der Bank einen Kredit bekam.

Gleichzeitig regte sich noch ein Wunsch in mir: Ich wollte eine Auszubildene! Ohja, selbst ausbilden zu können, dass wäre wundervoll!

Also wieder zur IHK und diesmal die Ausbildung der Ausbilder absolviert. Ich bin nach zwei Wochen zur Prüfung angemeldet worden. Eigentlich wäre das nach Monaten erst möglich gewesen. Ich meine drei Monate, aber es war ein Fehler im System. Ich musste die Prüfung machen. Habe das ganze dann improvisiert, da ich gar nicht wusste was man von  mir verlangte und bestand die mündliche und schriftliche mit 1-2 in der Note.

Danach hatte ich wirklich die ersten Mitarbeitergespräche. Es ging los.

Marketingplan war aufgestellt, ja sogar die ersten Werbeplätze gesichtert.

Hörte sich alles gut an oder? Ja, doch du kennst ja diese Momente im Film, wenn du dir denkst: Uhh jetzt passiert was. Geh nicht in den Wald Blondine 😀 😀 Du weißt wovon ich spreche! 😀

Ich ging in den Wald.

 


Was ich nicht bedacht habe …

In der Zeit war ich nebenbei noch voll integriert in die Pflege meines Vaters. Er hatte einen Schlaganfall erlitten und ich war jeden Tag mehrere Stunden da. Mein Business baute ich so gut ich konnte nebenbei auf.

Was mir nicht bewusst war, dass mein Körper schon lange Zeit nicht mehr konnte. Ich fühlte keinen Stress mehr und es kam was kommen musste:

Ich erlitt ein Burn-Out.

Wenn ich eine Stunde am Tag noch Energie hatte, dann war das viel. Es ging nichts mehr. Ich lag oft star im Bett und konnte mich kaum bewegen. Trotzdem musste ich weiter funktionieren.

Das war nicht gut.

Und damit brach mit jedem Tag meine Businessidee mehr und mehr zusammen.

Am Ende musste ich alles absagen und abbrechen. Die Kosten habe ich bis vor zwei Monaten immer noch zurück gezahlt. In kleinen Raten, damit ich es irgendwie schaffen kann.

Ich war komplett gescheitert. Denn ab dem Moment ging so gut wie nichts mehr.

Ich bin den Weg ganz alleine damals gegangen. Und ja, ich schäme mich immer noch, weil ich es nicht geschafft habe und dadurch auch Schulden auf meiner Seite entstanden sind. Ich schäme mich sehr für mein Scheitern.

Denn das Ganze hat mich zurück schrecken lassen und lässt mich bei jedem Projekt zweifeln, ob ich es überhaupt schaffen kann, ob ich sowas überhaupt machen darf und ob ich kleines Ding überhaupt die Erlaubnis habe etwas zu tun.

Darf ich so große Sachen machen? Noch mal diesen Weg gehen und erfolgreich sein?

Ich zweifel oft an mir und überhaupt an der Selbstständigkeit. Obwohl ich innerlich und intuitiv einfach weiß, dass es genau das ist, was ich machen will. Aber dieses eine Scheitern hat mich nachdenklich gemacht. Wie nachdenklich, dass wurde mir in den letzten Tagen erst bewusst.

Wenn ich dich jetzt beraten würde und du an meiner Stelle stehen würdest, dann würde ich dir jetzt sagen, dass du die alte Erfahrung loslassen musst und dein Ding jetzt endlich machen musst! 😀

Und das sage ich mir jetzt einfach selbst. Punkt. Denn genau das habe ich ja auch gemacht. Mein Business läuft weiter und ich habe einen Weg dafür gefunden. Auch, wenn dieser dann doch anders kam, als ich es damals geplant hatte.

 


Scheitern ist zum Lernen da

Wie gesagt, ich schäme mich für das Scheitern und habe dadurch Angst und bin traurig und was weiß ich alles.

Aber hey, ich habs versucht. Es hätte ja auch klappen können.

Und den Ausbilderschein nimmt mir keiner Weg. Ausbilden kann ich also irgendwann immer noch.

Ich gebe ehrlich zu: Ich weiß nicht, ob die Agentur auf Dauer genau das wäre was ich mir gewünscht hätte. Vielleicht wäre ich damit auch noch mal in andere Business-Richtungen gewachsen. Ich würde vielleicht jetzt nicht in Köln wohnen … Das wäre echt schade, weil ich gerne hier lebe.

Durch das Scheitern habe ich gelernt, dass ich manchmal eben ein Risiko eingehen muss. Manchmal ist es an der Zeit alles auf eine Karte zu setzen und einfach zu machen. Und manchmal kannst du dadurch mit deinem Business einfach auf die Fresse fallen.

Das ist nicht schön. Es war schrecklich alles abzusagen, sogar den Farbtopf und Teppich abzubestellen. 😀 Die Schulden danach abzubezahlen war noch mal eine ganz andere Belastung, die ich keinem Wünsche.

Ich gehe auf jedenfall seitdem vorsichtiger an neue Businessideen. Trotzdem bin ich mit anderen auch noch gescheitert, wenn auch nicht so stark.

Allerdings musst du manchmal einfach eine neue Richtung einschlagen, um weiterzukommen. Ich möchte nicht immer nur Dienstleistungen für andere Unternehmen machen und habe deswegen beschlossen eigene Produkte zu entwickeln. Das habe ich auch gemacht und gemerkt, wieviel Spaß es macht eigene Produkte zu entwickeln und zu haben.

 


Jetzt meine Frage an dich: Wo stehst du? Womit bist du schon gescheitert oder welche Businessidee bereust du? Was hast du daraus gelernt?

Schreib es mir in die Kommentare 😉

 

Merken

Merken

Merken

Merken