Eine so einfache Frage. So leicht und schnell ist sie über deine Lippen gekommen.

Und wie schnell kommt deine Antwort? Kommt sie überhaupt und was ist sie? Ist sie gut, schlecht, böse, traurig, sehnsüchtig? Was löst die Antwort in dir aus? Wie fühlst du dich damit?

Ich gebe es zu, mich hat diese Frage lange Zeit nervös gemacht. Ich bin ihr gerne ausgewichen und habe die Tatsache ignoriert, dass ich mich nicht liebte.

In mir war etwas so verschlossen, dass ich diese Selbstliebe einfach nicht zulassen wollte.

Vor ein paar Tagen stand ich vor dem Spiegel und schminkte meine Augen. Ich sah hinein. Endlich wieder tief hinein in meine eigene Augen. Ich sah endlich wieder mich und sagte: Ich liebe dich!

Die Tränen kamen mir, denn es war eine Art Befreiung. Ich fühlte mich frei und losgelöst von einem Schmerz den ich nicht beschreiben kann.

 


Wenn du dich nicht lieben kannst

Es war so lange her, dass ich mich selbst voll und ganz geliebt habe. So lange, dass ich mich gar nicht mehr an das schönste Gefühl erinnern konnte. Mein inneres Leuchten war schon lange nicht mehr da. Ich vermisste es und doch traute ich mich nicht danach zu suchen.

Denn mit jedem kleinen Versuch dieses Leuchten und die Liebe in mir wiederzufinden tat etwas in mir weh. Schmerzen kamen hoch und Erinnerungen, die ich lieber verdrängt hätte.

Ja, mich zu lieben tat weh. Das war kein schönes Gefühl. Das war Schmerz. Ich verband mich selbst lieben mit Schmerzen.

Also verdrängte ich es. Ich verdrängte es, dass ich mich nach meiner eigenen Liebe zu mir selbst sehnte. Sehnte nach so vielen Dingen die die Liebe zu dir selbst mit sich bringt.

Vertrauen, Hingabe, Verbundenheit, Zartheit, ein liebevoller Umgang mit mir selbst, Gefühlvolles Leben voller Emotionen, Lebenslust und Freude.

Der Blick in meine eigenen Augen machte mir deutlich, dass all diese Dinge nicht mehr in mir waren. Ich hatte sie weggesperrt und mir verboten sie zu fühlen. Ja, ich wollte all das nicht fühlen, denn ich war es mir nicht wert.

Ich fragte mich, warum ich so lange so unendlich gemein zu mir selbst gewesen war. Wie konnte ich es mir selbst antun, dass ich mich nicht mehr liebte?

 


Nicht immer spürst du es deutlich

Nicht immer ist dir bewusst, dass du dich nicht liebst. Denn wenn es dir wie mir geht, dann hast du dadurch direkt keinerlei Einschränkungen oder machst seltsame Dinge. Ich hatte keine Krankheiten und liebte sogar die Menschen um mich herum sehr.

Ich liebe vieles an meinem Leben und bin froh es leben zu dürfen.

Doch es können kleine Dinge sein, die dir selbst zeigen, dass die Liebe zu dir selbst verschwunden ist.

Sie werden deutlich in so unwahrscheinlichen Dingen wie deinem Umgang mit deinem eigenen Wert, deiner eigenen Zeit die du nur für dich nimmst, deinem Umgang mit deinem Körper und der Art und Weise, wie du dir etwas gutes tust (wenn du es tust).

Es braucht für die nichtvorhandene Liebe keine Süchte oder sonst etwas, falls dir das gerade in den Sinn kommt.

Nein, es braucht nur eines: Das ignorieren von dir selbst!

Wenn du dir nicht mehr gerne in die Augen siehst, weil du Angst hast, dass du dein liebevolles Leuchten aus deinem Herzen nicht mehr erkennst und spürst, dass du nur noch funktionierst, weil du es angeblich musst.

Wenn du spürst, dass du nicht mehr mit voller Hingabe dein Leben lebst und zu dir selbst stehst, weil du stolz auf dich bist und dir vertraust.

Ja, dann kann es sein, dass du dich selbst nicht mehr liebst.

 


Ich sah genau das in meinen Augen

und es erschreckte mich sehr.

Denn ich dachte immer, dass ich mich nach all den Erlebnissen der letzten Jahre noch selbst liebte.

Aber nein. Das tat ich nicht mehr.

 


Das Versprechen an mich selbst

Ich schaute mich also weiterhin an, sah die Tränen in meinem Gesicht herablaufen und gab mir ein Versprechen:

Ich suche nach der Liebe zu dir und gebe sie dir zurück. Auf das dein Herz wieder leuchten kann.

Mit diesem Versprechen ging ich vom Spiegel weg.

An dem Tag lies ich das Erlebte erst einmal hinter mir. Ich wandte mich dem Alltag zu und schaute was sich ergibt.

Allerdings spürte ich, dass sich in meinem Herzen etwas bewegte. Es arbeitete in mir und ich wusste meine Seele beginnt zu suchen. Ich hatte mich geöffnet für etwas neues. Da war etwas in mir aufgebrochen, was mich zu der Suche nach der Liebe zu mir selbst bewegte.

 


Die Suche beginnt

Ich startete damit, dass ich mich in jeder Situation fragte:“Was kann ich jetzt für mich tun, damit ich mich noch besser fühle?“

Ich tat einfach das, was mein Herz mir als erstes sagte. Schritt für Schritt. Es waren ganz kleine Dinge. Eine Wärmflasche, einen Kaffee, eine Pause von der Arbeit, Meditation, Lesen, Sport oder nur mal meine Katzen kuscheln.

Einfache Dinge, die ich trotzdem lange nicht für mich getan hatte.

Mit jedem Moment, in dem ich mir etwas Gutes getan habe fühlte sich mein Herz schöner an. Freier und viel leichter.

Ich fing an wieder emotionalere Texte zu schreiben. Texte wie dieser hier und weitere auf Wominess. Andere einfach so in mein Journal. Diese Texte fliessen einfach aus mir heraus. Meißtens ist Klaviermusik laut dabei an und ich schreibe einfach was mein Herz mir zuflüstert. Deswegen weiß ich am Anfang nie wo ich am Ende sein werde. Es half mir meine Gedanken zu ordnen.

Denn meine Gedanken und Handlungen veränderten sich. Jeden Tag spürte ich, dass sich etwas in mir bewegte und ich mehr fühlte.

 


Das Leuchten beginnt

Das leuchten ist etwas, was ich nicht beschreiben kann. Es ist meine Intuition, meine Ideenquelle, Liebesquelle. Etwas, was tief in mir ist und mich über mich hinauswachsen lässt in voller Liebe zu mir selbst.

Und ja genau dieses Leuchten begann. Es fing wieder an hell und weiß zu leuchten. Es führte mich jeden Tag mehr dorthin wo ich hin sollte.

Und damit begann auch eine Veränderung in meinem Leben. Ganz leicht und sanft veränderten sich meine Gedanken über mich selbst und damit auch meine Umgebung. Ich spürte, dass alles mehr Sinn ergab. Meine Beziehungen, meine Arbeit, meine Zeit mir mir selbst. Alles fühlte sich leichter und schöner an. Als würde alles mit Liebe getränkt.

Ich blickte vor ein paar Tagen wieder in den Spiegel, schaute mir in die Augen und sagte deutlich zu mir:

Ich liebe dich.