Viele Selbstständige sind ständig auf der Suche nach noch mehr Kunden. Mir ging es genauso, bis ich erkannt habe, dass dies für Dienstleistungen nicht immer gut ist.

Deswegen zeige ich dir heute, wieso ich ab jetzt mit weniger Kunden arbeiten werde.

Du kannst entweder diesen Beitrag lesen oder du hörst dir den Podcast von mir an.

 


Wenn du viele Kunden hast

Am Anfang meiner Selbstständigkeit habe ich mir ebenfalls viele Kunden gewünscht. Ja, wenn mich jemand gefragt hat, dann war dies eines meiner Hauptziele.

Tja und dann hatte ich sie.

Die nächsten 6 Jahre waren viele Kunden da und ich hatte sehr viele Designprojekte als Grafikdesigerin.

Am Anfang war dies noch gut. Es hat Spaß gemacht und die viele Arbeit zeigte doch, dass mein Business läuft, oder?

Denn was war ebenfalls da? Stress, Hektik, Maschinenarbeit. Ja, so ein kreativer Beruf wie ich ihn habe wurde zur Abarbeit von Dingen.

Ich merkte in den letzten Monaten schnell, dass mir der Sinn meiner Arbeit verloren ging. Ich fand ihn einfach nicht mehr. Ich gebe ehrlich zu, dass es mir schwer fällt das so deutlich auszuschreiben, aber genau so habe ich es gefühlt.

Und das tat mir selbst wahrscheinlich noch mehr weh, als ich es je nach Aussen gezeigt habe.

Denn für mich als Gefühlsmensch, die alles gerne hinterfragt und forscht, war es so einfach keine schöne Arbeit mehr. Es machte mir keinen Spaß mehr und dann fingen die großen Zweifel an, warum ich das alles überhaupt noch machte.

Es musste sich etwas verändern …

 

 


Auf der Suche nach dem Sinn und einer Lösung

Schon lange verfolge ich verschiedene Grafikdesignerinnen aus Amerika über ihre Blogs. Mir fiel bei einer auf, dass sie nur eine Kundin pro Projektzeitraum annahm.

Konnte das auch für mich funktionieren?

Ich hatte Angst dies umzusetzen und ging dann erst einmal auf 2 Kunden pro Monat. Jedoch immer noch ohne mir das ganze wirklich mit System zu überlegen.

Doch dann wurde dieser Wunsch wieder so stark etwas zu verändern, dass ich in den letzten Wochen genauer überlegt und geplant habe.

Durch Zufall hatte ich dann wirklich ein großes Projekt als alleiniges Projekt über einen längeren Zeitraum. Und siehe da: Es machte mir Spaß!

Ich konnte mich in die Story des Kunden reindenken, mir Ideen ausdenken und meine komplette Energie nur auf dieses Kundenprojekt führen.

Das tat gut und ich war einfach glücklich. Die Arbeit hatte wieder einen Sinn, da ich wirklich schöne Dinge entdeckte, die für meinen Kunden passend waren.

Das war der Moment indem mir klar wurde, dass genau dieses Konzept für mich stimmig ist.

 


Strategieänderung und Neuanfang

Also setzte ich mich hin und überlegte, was ich tun muss, um das in die Realität zu bringen. Wie setze ich so etwas um?

Ich hatte wirklich das Gefühl, dass das ein kompletter Neuanfang für mich wird. Innerlich ist es das dann auch gewesen.

Da ich ein Mensch bin, der sich erstmal einen Plan schreibt, fing ich damit an.

Erstmal musste ich herausfinden, wie ich es überhaupt umsetzen kann nur einen Kunden pro Projektzeitraum zu haben. Viel wichtiger aber noch: Wie lange war der Projektzeitraum und was beinhaltete das?

Das schöne war, dass ich mir so richtig bewusst machte, welche Aufgaben auf mich innerhalb eines Projektes zukommen.

Bei mir als Grafikdesignerin sind das folgende Dinge:

  • Vorgespräch vor Auftragsbeginn + Anlieferung der Daten, Infos, Texte & Bilder, Angebot, Zahlung

  • Strategiegespräch zur genauen Festlegung des Designauftrages bzw. der Inhalte.

  • Recherche, Ideenfindung, Designentwürfe

  • Besprechungen, Korrekturen, Feedback

  • Umsetzungen der Designs, Korrekturen

  • Finale Ausarbeitung und Datenübergabe

In deinem Business sind das wahrscheinlich auch andere Bereiche, die in einem Kundenprojekt vorkommen. Ich will dir nur genauer zeigen, wie ich es aufgeschlüsselt habe.

Dadurch hast du erst einmal die Kernaufgaben deines Projektes.

Dann habe ich geschaut, wieviel Zeit ich für jeden Bereich ca. brauche.

Das kann ich nach 6 Jahren Selbstständigkeit und jeder Menge Projekte gut für mich einschätzen. Wenn du am Anfang stehst, dann versuch das anhand der Projekte festzulegen die du hattest. Auf die Zeiten die dabei rauskommen kannst du insgesamt noch mal eine gewisse Stundenanzahl drauflegen, um dir Freiräume und Puffer zu schaffen.

Ich bin dadurch darauf gekommen, dass ich für kleinere Projekte ca. 3 Wochen ansetzen will und für größere 6 Wochen. Es wird bald auch noch mal ein größeres geben, welches ich aber jetzt noch nicht reingerechnet habe.

Danach habe ich dann entsprechend überlegt, welcher Preis für mich dafür passend ist. Anhand deines Stundensatzes und den Zeiten der jeweiligen Pakete kannst du dies schon einmal gut festlegen. Rechne aber immer auch etwas hinein wie: Ideenfindung, Nutzungsrechte etc. Je nachdem was bei dir noch anfällt, was sich nicht in Zeit umrechnen lassen kann.

Als ich das alles festgelegt hatte, habe ich das ganze in Text und Bild dargestellt, damit ich es meinen potenziellen Kunden genau zeigen kann. Du kannst es dir hier auf der Seite einmal ansehen: Leistungsbeschreibung Grafikdesign

Es klingt vielleicht für dich nach sehr viel Arbeit. Ich finde jedoch es lohnt sich.

 


Welche Vorteile ergeben sich aus so einer Art der Projekte

Dieser Prozess hat Vorteile für dich und deine Kunden. Ich weiß nicht wie es in deiner Branche ist, aber in meiner Branche ist es immer wieder so, dass kaum einer weiß was ich als Grafikdesignerin überhaupt mache.

Durch die genaue Beschreibung und Planung ist sofort klar, welche Schritte mich und meine Kunden innerhalb eines Designprojektes erwarten.

Klarheit! Ein wichtiger Punkt bei deiner Angebotserstellung.

Deine Kunden sehen so viel genauer, wie ein Projekt mit dir verläuft und welche Dinge wann passieren.

Das positive für dich ist dabei ebenfalls, dass du dich voll auf den jeweiligen Kunden und Auftrag konzentrieren kannst. Du kannst deine ganze Energie und deine Ideen wirklich für das Projekt nutzen und bist nicht bei jedem Projekt von den anderen 5 Projekten abgelenkt.

Ein großer Vorteil ist, dass du genau weißt wieviele Kunden du wann im Jahr annehmen kannst und willst. Dir wird bestimmt bewusst werden, dass du sogar viel weniger Kunden brauchst, um dein Jahresziel zu erreichen.

Allerdings MUSST (extra gr0ß geschrieben 😀 ) du dann auch bereit sein deine Preise entsprechend anzupassen. Denn du musst natürlich dann auch entsprechend die Gegenleistung für dein Projekt erhalten, wenn du wirklich den Zeitraum nur für einen Kunden sperrst. Über Preise schreibe ich auch noch weitere Blogartikel. Dazu kann ich noch viel erzählen. 😉

Für mich hat diese Strategie einfach viel Klarheit gebracht darüber, dass ich meiner Arbeit wieder mehr Tiefgang und Sinn geben will und, dass ich einfach mehr in ein Projekt stecken möchte, welches dann wirklich dem Kunden dienlich ist.

 


Wie verlaufen deine Kundenprojekte, deine Kundensuche und alles andere? Teile deine Gedanken mit mir in den Kommentaren 🙂