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Wie du dein Helfersyndrom als Hochsensible in den Griff bekommst

Als Hochsensible kennst du es bestimmt, wenn du die Bedürfnisse deiner Mitmenschen erspürst.

Manchmal noch bevor sie es selbst aussprechen.

Das kann schön sein, wenn du dich in die Person hineinversetzen kannst. Viele fühlen sich dabei sehr gut bei dir aufgehoben.

Doch was ist, wenn du dadurch nur noch darauf achtest was andere brauchen und ihnen ihre Bedürfnisse erfüllen willst? Dich dann allerdings selbst vergisst und deine eigenen Bedürfnisse missachtest?

Damit ist keinem geholfen…


Bedürfnisse erspüren

Spürst du stark was andere Menschen brauchen? Noch bevor sie dir gesagt haben was sie brauchen? Manchmal sind es auch unterschwellige Erwartungen die du spüren kannst.

Es gibt so Sätze bei denen ich sofort weiß, dass mein Gegenüber erwartet, dass ich helfe ohne mir etwas dazu genauer zu sagen.

Kennst du bestimmt auch oder?

Es ist in vielen Situationen wirklich hilfreich dies spüren zu können. Ich hatte das vorallem in der Zeit als ich meinen Schwerstbehinderten Vater gepflegt habe. Er konnte aufgrund eines Schlaganfalls nicht sprechen. Aber ich konnte sehr oft genau fühlen was er braucht. Das hat vieles für uns dann doch einfacher gemacht.

Aber so ist es ja auch in normalen Situationen.

Zum Beispiel in Gesprächen bei denen du spürst, dass dein Gegenüber dich einfach als Zuhörerin braucht. Du musst dann oft gar nichts sagen. Auch perfekt für Introvertierte 😉

Dann gibt es noch die Situationen in denen dein Gegenüber dir zeigt, dass sie keine Hilfe möchte. Du spürst allerdings trotzdem, dass sie Hilfe braucht und hilfst dann ungefragt.

Das sind die Momente in denen sich viele Menschen von dir auch mal überrumpelt fühlen können. Denn nicht jeder möchte sofort Hilfe bekommen. Schon gar nicht ohne es überhaupt ausgesprochen zu haben.


Dich zurück nehmen

Deswegen solltest du in vielen Situationen erst einmal abwarten, ob überhaupt nach deiner Hilfe gefragt wird. Ich weiß, dass helfen an sich als gut angesehen wird. Es kann allerdings auch aufdringlich sein, wenn du immer schon vorab allen helfen willst ohne angesprochen worden zu sein.

Wir haben auch in der Insider-Community von wominess darüber gesprochen. Gerade, wenn du viel helfen willst und dann am Ende dein Helfen nicht anerkannt wird, kann es schmerzhaft werden. Du hilfst dann oft nur dem „Opfer“ ohne, dass deine Hilfe wirklich etwas nützt. Das kann das Opfer für immer in seiner Opferrolle lassen und dich auf lange Sicht kraftlos machen.

Es ist manchmal schwer diesen Grad zu halten: Wann ist helfen wichtig und wann wird es zu viel?

Ich versuche mittlerweile zu warten bis die Person mir sagt sie braucht Hilfe. Dann wäge ich ab, ob sie wirklich meine Hilfe braucht oder das Problem selbst lösen kann. Wenn das so ist, dann sage ich sogar manchmal extra nein. Denn nur so kann sich die Person selbst dem Problem stellen und eine Lösung finden.


Wenn du anderen mehr hilfst als dir selbst

Es gab in meinem Leben schon Zeiten in denen ich so sehr anderen Menschen geholfen habe, dass einfach keine Zeit und kein Raum mehr für meine eigenen Bedürfnisse waren.

Ich selbst habe mich immer an die letzte Stelle in meinem Leben gesetzt. Es allen anderen recht zu machen und ihre Probleme zu lösen, stand immer an erster Stelle.

Die Folge war bei mir ein Burn-Out.

Damit es bei dir nicht so weit kommt direkt die Frage an dich: Wer steht bei dir an erster Stelle? Stehst du überhaupt an einer Stelle? Wann hilfst du dir selbst?

Dabei vollkommen ehrlich zu dir selbst zu sein hilft dir wirklich mal zu schauen wie sehr du dich selbst unterstützt.

Auch hier gilt wieder: Anderen Menschen zu helfen ist wunderschön – jedoch nur, wenn du dich dabei nicht vergisst.


Genutzt bis zur letzten Minute

Es gibt einmal den Fall, dass du deine Hilfe überall anbietest und immer von dir aus für alle da bist.

Dann gibt es aber auch den Fall, dass dich jemand ausnutzt. Denn es gibt Menschen die spüren, dass du alles für sie machst und ihnen alle Dinge abnimmst. Das nutzen sie dann sehr geschickt aus. Dadurch bist du immer wieder die Person, die nur für ihre Probleme da ist.

Manchmal von mir liebevoll auch „Mülleimer“ genannt, wenn die Personen ihre ganzen Gedanken und ihre Probleme ständig bei dir ablädt.

Denn deine Hilfe wird einfach voll vorausgesetzt.

Du bist die die immer erreichbar ist, immer alles schnell und sofort erledigt, immer zuhört und immer da ist, wenn man dich braucht.

Das prägt sich bei den Menschen ein und irgendwann denken sie sich, dies sei der normale Zustand. Und ja, ich will es dir gar nicht verheimlichen: Da bist du selbst dann auch für verantwortlich.

Denn wir machen diesen Zustand erst möglich.

Solange es dir damit gut geht ist dies auch völlig ok. Aber was, wenn du auf einmal keine Energie mehr für die Person hast und nicht mehr ihre Erwartungen erfüllen kannst und willst?

Für dich gilt dann natürlich, dass du nein sagst. Also klare Grenzen ziehst und zeigst, dass es so nicht weitergehen kann. Was auch auf freundliche Art geht.

Wenn die Person es nicht verstehen will und du merkst sie wird aggressiv, dann zeigt dies allerdings auch schnell, dass du nur für ihre Zwecke wichtig bist.

Denn sind wir mal ehrlich: Wenn du ein Nein von einer Freundin zu hören bekommst, dann ist das zwar manchmal blöd, aber nicht das Ende der Welt. Dann musst du dir eben eine andere Lösung suchen.

Am einfachsten ist es noch in Freundschaften von Anfang an deinen Raum und den deiner Freunde genau abzugrenzen. Fällt mir auch immer wieder schwer, hat mich aber vor manch böser Überraschung und Ausnutzen bewahrt.

Es gibt allerdings auch viele Menschen die einfach selbstverständlich wissen, dass auch du deine Zeit und deinen Raum für dich brauchst. 😉 Diese haben einfach noch ein eigenes Leben und sind selbst nicht nur auf dich fokussiert.

Ich achte ein bisschen verstärkt darauf, mit welchen Menschen ist zu tun habe. Wenn sie mich voll einnehmen wollen und fast schon ständig auf meinem Schoss sitzen wollen, dann treten sie bei mir eindeutig vor eine Grenze.

Wobei ich zugeben muss, dass auch ich diese Grenze noch stärker kommunizieren muss und es nicht immer schaffe mich dann selbst nicht überreden zu lassen, doch wieder meine Grenze zu versetzen.


Nein sagen

Ich mag es nicht nein zu sagen. Es fühlt sich für mich so an als würde ich mit einem Schwert die Verbindung zu der anderen Person durchbrechen.

Es hat lange Zeit für mich gedauert zu spüren, dass ein Nein einfach ein Nein ist und sogar etwas gutes sein kann.

Denn erstmal ist ein Nein zu anderen ein Nein zu dir. So setzt du deine Grenzen und zeigst wo deine Bedürfnisse sind.

Außerdem schaffst du es dadurch, dass die Person sich selbst eine Lösung sucht und selbst wächst mit ihren Herausforderungen.

Nicht jedes Opfer muss ein Opfer bleiben. 😉

Nein sagen ist eigentlich gar nicht so schlimm. Wenn es dir sehr schwer fällt kannst du mit einfachen Worten anfangen: Es geht gerade nicht. Ich habe keine Zeit dafür. etc.

Es gibt Sätze die ebenfalls nein bedeuten, aber nicht so streng klingen. Falls du das Nein als streng empfindest.

Trotzdem gibt es Menschen die dein Nein nicht akzeptieren wollen und immer wieder ein Nein von dir brauchen. Sie verstehen einfach nicht warum du ihre Wünsche und Erwartungen nicht erfüllst. Da musst du dann doch mal ein klareres Nein sagen.

Aber sind wir mal ehrlich: Ein klares Nein ist für die meisten Menschen ebenfalls nichts schlimmes und sagt ihnen nur dass es nicht geht. Sie nehmen es dir nicht böse. 😉

So und jetzt interessiert mich deine Meinung natürlich sehr? Welche Gedanken gehen dir zum Thema durch den Kopf? Schreib es mir in die Kommentare! 🙂

Alles Liebe,

Verena

Wie kann ich dich jetzt unterstützen?

By | 2018-08-09T07:24:42+00:00 August 9th, 2018|Hochsensibel|0 Comments

About the Author:

Hallo, ich bin Verena. Als Introvertierte und Hochsensible ist es meine Vision dir den Mut zu geben kraftvoll auf deine leise Weise zu leben, in Harmonie mit deinen Gaben zu sein und dich liebevoll anzunehmen. Auf der "Über mich"-Seite im Menü findest du meine ganze Geschichte.

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