Ich habe Angst.

Ich habe Angst meine Geschichte als Podcast einzusprechen. Ich habe Angst sie dir zu erzählen, weil ich weiß, dass ich dann anfangen werde zu weinen. Weil ich weiß, dass wieder all die Ängste und all die Trauer der Jahre hochkommen werden. Ich werde alles noch einmal durchleben.

Schon beim Schreiben der Geschichte ging es los. Ich sah schnell die Tastatur nicht mehr. Alles verschwamm vor meinen Augen. Ich war wieder voll in der Zeit drin. Spürte den Schmerz tief in meiner Seele.

Er ist immer noch da. Immer noch tief in mir. Die Tränen kommen schnell.

Auch, wenn ich jeden Tag lache. Jeden Tag voller Freude auf mein jetziges Leben blicke. Der Schmerz ist da.

Er ist hart wie stahl. Bohrt sich genau kräftig immer noch in mein Herz, nimmt mir die Luft zum atmen und hält mich klein.


Jeden Tag.

Jeden Tag ist er in mir. Er ist ein Teil von mir den ich immer noch nicht ganz loslassen kann. Ein Teil, der einfach nicht mal eben vergessen wird.

Du kannst deine Erlebnisse vergessen und verdrängen. Du kannst Bilder aus deinem Kopf löschen.

Gefühle sind stärker. Intensiver und viel machtvoller als Bilder.

Gefühle können dich vor Freude zur Decke fliegen lassen oder dich kraftvoll auf den Boden schmeissen. Gefühle sind wunderschön und zu tiefst traurig.

Welche trägst du in dir?


Stop. 

Vor langer Zeit habe ich alles unterdrückt. All den Schmerz, all die Gefühle und die Trauer. Alles weg gedrückt, damit ich stark sein konnte. Oder doch eher funktionieren konnte?

Damit ich mein Leben irgendwie jeden Tag hinter mich bringen konnte. Ohne schwach zu werden. Ohne weich zu werden.

Ohne verletzlich zu sein.

Ich hielt meinen Gefühlen ein Stopschild vor die Nase. Sie hörten darauf.

Bald fühlte ich nichts mehr. Einfach nichts.

Eine Maschine die funktionierte. Genau so war ich.

Lachen konnte ich, weil ich es geübt hatte den Schmerz wegzulachen. Mich zu verstellen, damit keiner sehen konnte wie sehr ich innerlich vor Schmerzen schrie.

Meine Wunden waren nicht sichtbar. Nur ich konnte sie in mir sehen.

Sie sagten mir ich wäre stark. Doch ich wusste wie schwach ich innerlich war.


Schmerz zulassen

Jetzt, nach zwei Jahren in denen ich wieder fühle. In denen ich wieder stark bin. Wirklich stark vor Liebe und Freude.

Jetzt kann ich den Schmerz zulassen. Ihm Raum geben.

Mich dem Schmerz hingeben und die Tränen leicht fliessen lassen.

Denn jetzt bin ich in Sicherheit. In einer Zone in der die Liebe und die Freude für das Leben stärker sind als die Schmerzen.

Sie sind immer noch da. Doch sie sind nicht mehr so machtvoll.

Mit jedem zulassen und mit jeder Träne wird der Stahl aus Schmerzen leichter. Mit jedem mal fällt etwas von der Vergangenheit ab.

Ja, ich fliege mit jeder Träne mehr auf dem Fluss des Lebens und der Liebe.


Verletzlichkeit zeigen

Mich mit meiner Geschichte hier im Blog und im Podcast voll zu zeigen kostet eine Menge Kraft.

Eine Menge Kraft, die unglaubliche Energie von mir fordert.

Doch mit jedem Zeigen fühle ich mich leichter.

Freier.

Die harten Schalen der Vergangenheit lösen sich ab. Sie fliessen von mir weg und lassen mich leuchten mit all meinen wundervollen Facetten.

Kraftvoll auf deine leise Weise.

Ich zeige meine Verletzlichkeit nicht nur für dich. Es ist ebenso für mich. Es hilft mir zu wachsen und ich wünsche mir, dass auch du dadurch wächst.

Dass auch du dadurch siehst wie wertvoll es ist dich verletzlich zu zeigen. Wie wertvoll es ist dich mit all deinen Facetten zu zeigen.

Du hast dadurch die Kraft anderen Mut zu machen. Andere dazu zu bringen über sich selbst und ihr Leben nachzudenken.

Das wird dich heilen. Es heilt mich.

Mit jedem Wort und mit jeder Träne heile ich.

Meine Verletzlichkeit macht mich stark.


Meine Angst vor Verletzlichkeit

Ich habe in der Vergangenheit gelernt, dass ich immer stark sein muss. Nie schwäche zeigen darf und immer gut funktionieren soll.

Damit ich anderen gut dienen kann.

Doch das ist etwas was vollkommen gegen meine Natur geht. Etwas, was ich einfach nicht bin. Was mich nicht ausmacht.

Deswegen habe ich mich immer mehr wie eine Maschine gefühlt. Ich sah keinen Sinn mehr in meinem Leben.

Wozu ein Leben führen ohne Gefühle? Wozu ein Leben führen ohne all die wundervollen Emotionen in uns?

Je mehr ich mich wieder öffne und all die Gefühle zulasse – Trauer genauso wie Liebe – desto mehr fühle ich mich und mein Leben. Auf allen Ebenen. Ja, ich habe das Gefühl wieder richtig zu leben.

Nicht nur ein Teil zu sein, welches seine Aufgaben erfüll.

Nein.

Eher ein Mensch zu sein, der das Leben voll und ganz lebt.

Mit 100%.

Ja, die Angst ist jeden Tag da. Die Angst, dass mich jemand deswegen verurteilt.

Doch es passiert eigentlich das Gegenteil. Je mehr ich ich selbst bin, desto mehr finden mich die Menschen, die genauso fühlen. Die ebenfalls 100% von ihrem Leben wollen. Auf allen Ebenen voll und ganz leben wollen.

Das Leben  als ein Abenteuer sehen. Ein Abenteuer, welches nicht immer aus einer Weltreise bestehen muss.

Ein Abenteuer, welches manchmal schon im ganz kleinen beginnt.

Indem du dir erlaubst dich verletzlich zu zeigen und deine gesamten Gefühle voll zu spüren.

Wann beginnt dein Abenteuer? Wann lässt du alle Gefühle wieder zu und suchst nach dem Wunder in jedem Moment deines Lebens?

Du fühlst dich als leise & sensible Frau oft „anders“ und wünschst dir mehr in Harmonie mit deinen Gaben zu leben? Möchtest du kraftvoll auf leise Weise leben?

Dann werde eine silentpower-Lady: Ja, das will ich!

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