Du bist gut gelaunt, freust dich auf ein Treffen mit einer lieben Freundin und steigst mit diesem Gefühl in die Bahn. Plötzlich spürst du eine Welle aus Wut und Stress auf dich zukommen. Es ist erst unterschwellig, wird dann aber mehr und lässt deine gute Laune schnell verschwinden. Du schaust dich um und erkennst, dass jemand in der Bahn sitzt, der seinen Stress und die Wut kaum unterdrücken kann. Es überrollt dich mal wieder ein Gefühl von jemand anderen.

Viele Hochsensible wissen bestimmt gerade was ich meine. Man hat seine eigenen Gefühle und wird plötzlich von einem anderen Menschen oder einem Film so sehr eingenommen, dass die Gefühle auf einen selbst übergehen. Meine eigenen Gefühle sind dann oft unterdrückt und für mich nicht mehr deutlich spürbar.

Ich habe mittlerweile einige Strategien, um mich und meine eigenen Gefühle mehr wahrzunehmen und mich vor dem Aussen zu schützen.


Wenn dich Gefühle von anderen überrollen

Es ist wie eine Macht, die ich nicht kontrollieren kann. Eine Stärke von mir, die Segen und Fluch zugleich ist. Ich spreche von der Fähigkeit, die Gefühle von anderen Menschen in mir zu fühlen.

Das kann eine gute Sache sein, wenn ich wissen will wie es einer Person geht. Denn ja, so seltsam das klingt, auch über große Entfernungen hinweg spüre ich oft, wie es anderen Menschen geht. Doch dann ist es von mir gewollt. Ich will in dem Moment wissen wie es der Person geht.

Ein anderer Punkt sind Gefühle, die mich überrollen und meine eigenen unterdrücken. Das passiert mir häufig in der U-Bahn hier in Köln. Ich steige mit einem schönen leichten Gefühl ein. Mir geht es gut und ich bin entspannt. Mit dem Schritt durch die Tür überfällt mich plötzlich Stress, Hektik und auch manche Angst/Panik. Denn U-Bahn fahren scheint nicht nur für mich etwas unangenehm zu sein. Manche Menschen möchten so schnell wie möglich aus diesem Kasten unter der Erde wieder hinaus.

Und genau diese ganzen Gefühle schwappen wie eine Welle auf mich zu und ertränken mich. Es fühlt sich wie ein innerer Kampf an meine eigenen schönen Gefühle wieder hervorzuholen und mich von den Gefühlen der anderen Menschen zu lösen.

Mich beeinflusst das dann in dem Moment wirklich so stark, dass ich teilweise auch anfange zu weinen, um den Druck zu lösen.


Deine eigenen Gefühle erkennen

Früher habe ich es einfach hingenommen und mir nichts weiter dabei gedacht. Doch mittlerweile weiß ich, dass es für mich wichtig ist wirklich das zu spüren was ich fühle.

Und auch, dass es ok ist mich gut zu fühlen, wenn sich andere schlecht fühlen. Schlecht und gut sind dabei einfach Wörter, um Gefühle gegenüberzustellen. Für dich wird das jeweilige gute Gefühl vielleicht noch mal ganz anders sein als für mich. Ich glaube auch das ist eine Sache, die wir Hochsensiblen können: Gefühle noch mal auseinanderzunehmen 😀

Aber ja, meine eigenen Gefühle sind mir mittlerweile wieder so wichtig, dass ich sie auch wirklich voll und ganz fühlen möchte und nicht herunterdrücken, bis ich sie bewusst nicht mehr wahrnehme.

Deswegen versuche ich immer vor dem betreten der Bahn oder eines Raumes bewusst zu schauen, wie ich mich fühle. Darauf kann ich gut meinen Fokus legen. Das ist dann wie ein eigener Dialog durch den ich mich fokussieren kann auf das was in mir vorgeht.

„Ah da ist das Gefühl von Freude.. und da ist etwas Müdigkeit, Kreativität, Flow und etwas Angst (ich mag U-Bahn fahren nicht so sehr..)“ Ich fange an mich wie in einem Geschäft in mir umzusehen und zu erkennen, was gerade in mir los ist. Da kommen manchmal witzige Sachen bei raus. Je nachdem, was ich für Gedanken habe oder für Musik höre sehe ich mich innerlich wie eine Elfe durch die U-Bahn hüpfen… tja. Wir wollen hier ja ehrlich sein 😀

Aber es hilft mir einfach, um den Fokus auf mich zu richten und nicht so sehr nach Aussen zu fühlen, wie es allen anderen geht.


Dich innerlich immer wieder abgrenzen und dich schützen

Doch manchmal bringt mir das einfach nichts. Ich spüre schon beim Aufwachen, dass heute so ein Tag ist an dem alle andere Emotionen und Gefühle von anderen mich beeinflussen werden. Wie Zuckerwatte, die bei jedem kleinen Tropfen Wasser zusammen fällt.

Und dieses Gefühl absolut sensible zu sein und auch irgendwie schutzlos ist doch immer noch etwas, was mich für den Tag viel vorsichtiger werden lässt. Ich schrecke dann mehr zurück und bin auch allgemein empfindlicher gegenüber allem was passiert.

Mir ist es aber immer wichtig den Tag zu nutzen. Egal in welcher Form. Deswegen habe ich mittlerweile einiges für mich herausgefunden, was mir hilft durch diese Tage zu kommen und mich am Ende sogar oft viel besser zu fühlen.

  1. Langsamer und bewusster in den Tag starten: Das macht wirklich ganz viel bei mir aus. Wenn ich langsamer in den Tag starte und mich nicht von der Hektik und dem Stress des Lebens mitreissen lasse, dann bin ich gefestigter. Es fühlt sich eher so an, als hätte ich eine Art Schutzrüstung an, die über den Tag stärker wird. Es hilft mir also schon, vor dem Aufstehen noch mal 1 Minute oder auch gerne länger einfach da zu liegen und meinen Atem auf einen Punkt in meinen Körper zu lenken.
  2. Womit wir auch bei Nr. 2 sind: Meditation. Zur Zeit Meditiere ich nicht, aber zwischendurch mache ich es am Mittag und spüre deutlich, wie ich mehr auf mich gelenkt bin und nicht mehr so im Aussen alles abtaste. Das hört sich vielleicht seltsam an, aber manchmal merke ich, wie meine Sinne meine Umgebung abtasten. Das versuche ich zu kontrollieren. Was mir durch Meditation auch gelingt. In Zeiten in denen ich dann wieder bewusst alles mit meinen Sinnen erleben will, gehe ich auch viel deutlicher wieder nach Aussen.
  3. Dies hat mir eine liebe Freundin gesagt: Mir eine Art Schutz um mich herum vorstellen. Wie ein Ei oder auch einen Ball in dem ich stecke. Du kannst dadurch viel mehr deinen Schutzraum um dich wahrnehmen. Jeder Mensch hat ja so eine Art Grenze bis zu der es einem unangenehm ist, wenn man dort hin kommt. Das ist der Moment an der Kasse im Supermarkt, bei dem du dir denkst „Kuscheln will ich nur meine Katze, verschwinde du Mensch!“. Denk dir in dem Moment, dass dich eine Art Schutz umgibt. Den kannst du auch Zuhause wieder absetzen.

Ich weiß, meine Techniken klingen für manche etwas seltsam und ja, ich glaube gerade der Schutzraum für Unterwegs ist etwas spirituell. Aber es hilft mir und ist aus meiner Sicht einfach nur dieses Bewusst machen darüber, bei mir zu bleiben. Meine Sinne einfach bei mir zu halten.

Denn sonst erlebe ich es oft genug, wie ich wütend werde ohne Grund, mich traurig und depressiv fühle oder auch lache, obwohl ich mich gar nicht freue. Es klingt bestimmt komisch, wenn du nicht Hochsensibel bist. Aber genau so ist es, wenn man die Gefühle von anderen spürt.

Wie erlebst du es? Hast du Strategien, um dich vor Gefühlen von anderen zu schützen? Nenn sie uns gerne in den Kommentaren. 🙂

Wenn du möchtest kannst du jetzt hier meine Brieffreundin werden oder dich hier intensiver mit mir (Verena) und anderen introvertierten und hochsensiblen Frauen in einem geschützten Raum austauschen.

Lieber Gruß

Verena 🙂

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2019-07-08T13:33:19+00:00Categories: Blog, Hochsensibel|Tags: , , |0 Comments

About the Author:

Ich bin übrigens Verena, Gründerin von wominess und den Silentpower-Ladies. Wenn du mich kennenlernst entdeckst du eine leise und sensible Frau, mit kreativen Gedanken die leuchtend durch sie durchrauschen. Dieser Satz beschreibt mich wohl am besten.

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